WDR 4, Valerie Weber und die dummen Schafe

Hier ist der Westdeutsche Rundfunk mit seinem vierten Programm. Sie hören:

Dummdusselige populistische Berieselung aus einem Fundus von 500 Musikstücken und 50 Standardsprüchen der Moderatoren. Erste Klasse — so muss es sein!

Nanu? Ab 20 Uhr gibt es ja zwei einstündige Sendungen der anderen Art. Chansons und Liederliches, Swing Easy, Schallplattenbar, Götz Alsmann, Scheinwerfer und Schatzkiste, um nur Einige zu nennen. Das ist ja WDR 4 mit Niveau. Geht doch!

Ging noch. Aber der hochfähige Intendant berief ja eine nachgerade geniale Hörfunkdirektorin, die alle nötigen Qualitäten aufweist: Niemals im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gearbeitet, dafür jahrelang im Privatradio durch gnadenlose Kommerzialisierung aufgefallen.

Das ist nun Jahre her und alle Radiomacher sollten wissen, was die Stunde geschlagen hat. Der Intendant bemüht sich zwar redlich, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk überflüssig zu machen, schießt dazu auch mal was aus dem als „Verjüngungstopf“ getarnten Verblödungsetat zu, aber für die Umsetzung fehlt ihm die Praxis und der Mut. Dafür ist die Frau fürs Grobe da. Sie weiß, wie es geht und die Bedeutung des Wortes „Skrupel“ müsste sie erst bei der Bildzeitungsredaktion  nachfragen.

Das alles war bekannt. Das alles hat aber keine Redakteure, Moderatoren, Autoren usw. dazu gebracht, etwas zu tun. Schweigen, ducken und warten, bis das Unheil kommt und man vielleicht überlebt.

Man hätte natürlich mal herumhören können. Beim gemeinen Radiohörer vielleicht. Ob er die Sendungen überhaupt kannte. Der Qualität nach wären sie eher in WDR 5 zu vermuten gewesen, wenn nicht gar bei WDR 3. In der Dudelwelle hätte man sie kaum gesucht. Sicher, es gab viele Hörer, aber gab es auch genug?

Wie wäre es gewesen, eine eigene (von mir aus anonyme, ihr Angsthasen) Website aufzumachen. Zum Vorstellen der Sendungen. Mit einem Programm, mit Playlists, mit den Themen der künftigen Sendungen, mit Interviews, Zusatzinformationen, Links, kleineren Aufsätzen und…

Nun wurde das Angebot halbiert und modernisiert. Das ist bekanntlich der erste Schritt zur Einstellung. Nur noch eine Sendung am Tag und das erst ab 21 Uhr. Bald nur noch eine Sendung zwischen 24 Uhr und 0 Uhr?

Begreift ihr eigentlich, dass man kämpfen muss? Dass man zusammenhalten muss? Dass man Öffentlichkeit schaffen muss? Das Öffentlichkeitsarbeit langfristig angelegt sein muss? Dass man heute im Internet einen Mehrwert zu seinen Sendungen schaffen muss?

Die Frau fürs Grobe weiss es. Sie weiß ganz genau dass ihr nicht fähig seid, eure Interessen zu vertreten. Dass ihr nicht fähig seid, solidarisch zu handeln. Dass ihr euch nicht traut, Verbündete zu suchen, notfalls unter den Hörern.

Der nächste, finale Schritt kommt nicht nächste Woche. Aber er kommt. Zeit, mit dem Kampf zu beginnen.

Keine Lust? Angst? Schockstarre bis zur Rente?

Dann geht eben unter!

Zacharias Zorngiebel
———
Bild: This image was originally posted to Flickr by cogdogblog at https://flickr.com/photos/37996646802@N01/8149271765. It was reviewed on 11 March 2017 by the FlickreviewR robot and was confirmed to be licensed under the terms of the cc-by-2.0.

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